Einstufungstest
junge musikerin bei der aufnahmeprüfung

Die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule– Information und Vorbereitung

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Die Entscheidung, ein Musikstudium zu absolvieren, ist für viele junge Menschen ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer musikalischen Leidenschaften und Karriereträume. Doch bevor man in den Genuss einer musikalischen Ausbildung kommt, steht oft eine entscheidende Hürde im Weg: die Aufnahmeprüfung. Dieser Artikel liefert dir Informationen über alle Aspekte der Aufnahmeprüfung und hilft dir, dich für deine Vorbereitung perfekt zu organisieren. 

Bedeutung der Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule

Die Aufnahmeprüfung als Auswahlverfahren

Die Aufnahmeprüfung oder Zulassungsprüfung dient als Auswahlverfahren, um sicherzustellen, dass die zukünftigen Musikstudent:innen das erforderliche musikalische Potenzial und die Fähigkeiten mitbringen. Dabei geht es sowohl um vorhandenes Vorwissen als auch um die Ausbildungsfähigkeit der Bewerber:innen. Die Prüfung umfasst in der Regel verschiedene Aspekte wie instrumentale oder vokale Fähigkeiten, musiktheoretisches Wissen und Gehörbildung.

Überprüfung der technischen Fertigkeiten

Eine der Hauptaufgaben der Aufnahmeprüfung besteht darin, die technischen Fertigkeiten eines Bewerbers zu überprüfen. Das Beherrschen eines Instruments oder der Gesang erfordert eine solide technische Basis, um musikalische Ideen erfolgreich umsetzen zu können. Durch spezifische Anforderungen wie Skalen, Arpeggien, Etüden oder bestimmte Stücke wird die Fähigkeit einer Bewerberin getestet, technische Herausforderungen zu meistern und eine hohe Klangqualität zu erzeugen. Dies zeigt, dass die Aufnahmeprüfung nicht nur eine theoretische Kenntnisprüfung ist, sondern auch die praktische Anwendung des Wissens erfordert.

Künstlerischer Ausdruck und Interpretation

Neben den technischen Fertigkeiten ist die Aufnahmeprüfung auch eine Gelegenheit für die Bewerber:innen, ihren künstlerischen Ausdruck und ihre Interpretationsfähigkeiten zu demonstrieren. Die Art und Weise, wie ein Musikstück interpretiert wird, ist oft ein entscheidender Faktor für die Beurteilung der musikalischen Reife der Musiker:innen. Die Aufnahmeprüfung bietet die Möglichkeit, musikalische Ideen, Nuancen und Emotionen und einen individuellen künstlerischen Stil zu zeigen. Das Musikstudium fordert nicht nur technisches Können, sondern auch die Fähigkeit, Musik mit Persönlichkeit und Ausdruckskraft zu präsentieren.

Wettbewerbsfähigkeit und Motivation

Da die Aufnahmeprüfung oft mit einer begrenzten Anzahl von Studienplätzen verbunden ist, ist der Wettbewerb in der Regel hoch. Die Konkurrenz unter den Bewerber:innen kann intensiv sein, da sie alle ihr musikalisches Talent und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen möchten. Dieser Wettbewerbsaspekt der Aufnahmeprüfung fördert nicht nur den Ehrgeiz und die Motivation der Bewerber, sondern auch ihre Fähigkeit, unter Druck zu arbeiten und ihre Leistungsfähigkeit zu maximieren. Die Prüfungserfahrung selbst kann daher eine wertvolle Lektion in Bezug auf Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein und Stressbewältigung sein, die in der späteren musikalischen Karriere von großem Nutzen sein können.

Die Vorbereitung auf eine professionelle Laufbahn

Das gilt auch für die Zeit der Prüfungsvorbereitung, die die Bewerber:innen dazu motiviert, Neues zu lernen und sich zum Beispiel umfangreiches musiktheoretisches Wissen anzueignen. Die Aufnahmeprüfung für das Musikstudium ist nicht nur eine einmalige Hürde, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung einer professionellen Musikkarriere. Indem Bewerber:innnen sich auf die Prüfung vorbereiten und ihre Fähigkeiten verbessern, legen sie den Grundstein für eine fundierte musikalische Ausbildung. Die Prüfungsvorbereitung erfordert oft Stunden des Übens, der intensiven Studien und der Zusammenarbeit mit Musiklehrer:innen oder Mentor:innen. Dieser Prozess bereitet die Lernenden nicht nur auf das Studium selbst vor, sondern stärkt auch ihre Disziplin, ihre Lerngewohnheiten und ihre Fähigkeit zur Selbstkritik - alles Faktoren, die für eine erfolgreiche musikalische Laufbahn von entscheidender Bedeutung sind.

Fazit:
Die Aufnahmeprüfung für das Musikstudium spielt eine bedeutende Rolle bei der Auswahl talentierter und engagierter Musikstudenten. Sie ist nicht nur ein Bewertungsinstrument für technische Fertigkeiten und musikalisches Wissen, sondern auch eine Gelegenheit, künstlerischen Ausdruck und Interpretation zu demonstrieren. Darüber hinaus fördert sie Wettbewerbsfähigkeit, Motivation und die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten, die für eine professionelle Musikkarriere von großer Bedeutung sind. Die Aufnahmeprüfung markiert den ersten Schritt auf dem Weg zur Erfüllung musikalischer Träume und öffnet die Tür zu einer umfassenden musikalischen Ausbildung und weiteren Möglichkeiten in der Musikbranche.

Aufnahmeprüfung vs. Eignungsprüfung: Was ist der Unterschied?

Wenn es um die Bewerbung für bestimmte Studiengänge geht, wie beispielsweise Musik, Kunst oder Sport, werden oft die Begriffe "Aufnahmeprüfung" und "Eignungsprüfung" verwendet. Obwohl diese beiden Prüfungen ähnliche Ziele verfolgen, gibt es dennoch Unterschiede in ihren Ansätzen und Schwerpunkten. In diesem Absatz werden wir den Unterschied zwischen einer Aufnahmeprüfung und einer Eignungsprüfung beleuchten, um Ihnen dabei zu helfen, die beiden Konzepte besser zu verstehen.

Aufnahmeprüfung - Ein Selektionsverfahren

Eine Aufnahmeprüfung ist ein Selektionsverfahren, das von Bildungseinrichtungen wie Universitäteb, Hochschulen und Musikhochschulen durchgeführt wird, um diejenigen Bewerber auszuwählen, die die Zulassungsvoraussetzungen für den gewünschten Studiengang erfüllen. Diese Prüfung beurteilt in der Regel das akademische Wissen, die Fähigkeiten und die Eignung eines Bewerbers für das gewählte Fachgebiet. Eine Aufnahmeprüfung kann verschiedene Komponenten umfassen, wie schriftliche Prüfungen, mündliche Interviews, praktische Demonstrationen oder Portfolio-Bewertungen.

Eignungsprüfung - Fähigkeiten und Talent bewerten

Im Gegensatz dazu konzentriert sich eine Eignungsprüfung mehr auf die Bewertung der spezifischen Fähigkeiten und Talente eines Bewerbers für einen bestimmten Studiengang. Diese Prüfung zielt darauf ab, festzustellen, ob ein Bewerber über die notwendigen Fähigkeiten, das Potenzial und die kreativen Fertigkeiten verfügt, um den Anforderungen des Studiengangs gerecht zu werden. Eine Eignungsprüfung kann praktische Tests, künstlerische Darbietungen, Vorsprechen, körperliche Leistungstests oder andere individuell gestaltete Bewertungsmethoden beinhalten.

Gemeinsame Elemente und Überlappungen

Obwohl die Aufnahmeprüfung und die Eignungsprüfung unterschiedliche Schwerpunkte haben, gibt es dennoch bestimmte Elemente, die in beiden Prüfungen auftreten können. Beispielsweise können beide Prüfungen eine Überprüfung der theoretischen Kenntnisse, der praktischen Fähigkeiten und der Eignung für den gewählten Studiengang umfassen. Die genauen Anforderungen variieren jedoch je nach Bildungseinrichtung und Studiengang.

Entscheidender Unterschied

Eine bestandene Aufnahmeprüfung garantiert keinen Studienplatz. An manchen Musikhochschulen und in bestimmten Studiengängen gibt es mehrere hundert Bewerber:innen für wenige Studienplätze. Die vorhandenen freien Studienplätze werden an die besten Bewerber:innen vergeben. Dafür wird oft ein Ranking ermittelt, das dann auch eine „Nachrückerliste“ darstellt. Für dieses Ranking werden in den einzelnen Prüfungsteilen Punkte vergeben, die die Prüfungsergebnisse vergleichbar machen. Mit einem besonders gut absolvierten Prüfungsteil kann man also auch mal eine Schwäche in einem anderen Fach ausgleichen. Es gilt aber immer: Jeder Prüfungsteil muss bestanden werden, auch Musiktheorie und Gehörbildung! 

Bei der Eignungsprüfung geht es lediglich darum, die Eignung für die Studieninhalte nachzuweisen und das Bestehen der Prüfung wird in der Regel mit einem Studienplatz belohnt.

Aufbau der Aufnahmeprüfung

Prüfungsinhalte und Fächer

Instrumentale oder vokale Fähigkeiten im Hauptfach

Eine der zentralen Komponenten einer Aufnahmeprüfung im Musikstudium sind die instrumentalen oder vokalen Fähigkeiten der Bewerber:innen. Jede:r Studierende wählt ein Hauptfach und  nach dem gewählten Hauptfach müssen die angehenden Musiker:innen ihr Können auf ihrem Instrument oder ihrer Stimme demonstrieren. Die Prüfungskommission bewertet dabei Faktoren wie Klangqualität, Technik, Interpretation, musikalischen Ausdruck und stilistische Genauigkeit. Der geforderte Schwierigkeitsgrad und der Umfang des Programms varriieren je nach Studiengang. Die Musikhochschulen machen auf ihren Internetseiten in der Regel Angaben dazu. Manche machen sogar konkrete Beispiele für Stücke, die man spielen könnte. In der Regel müssen verschiedene Epochen und stilistische Bereiche abgedeckt werden. 

Wichtig ist es, rechtzeitig mit der Vorbereitung zu beginnen und seine Stücke zu beherrschen!

Für Studiengänge wie Komposition muss in der Regel eine Mappe mit eigenen Kompositionen eingereicht werden. 

Pflichtfach Klavier

Zu nahezu jedem Studiengang gehört das Pflichtfach Klavier. Das ist auch sinnvoll, denn die meisten Musiker:innen haben selbst Schüler:innen und müssen dann in der Lage sein, diese gelegentlich zu begleiten. Die Anforderungen sind in der Regel nicht allzu hoch, dieser Prüfungsteil sollte aber (wie alle Prüfungsteile) gut vorbereitet werden. Dabei hilft dir auch unser Blogartikel „Pflichtfach Klavier“, der auch eine Liste mit 50 Vorschlägen für leichte Stücke für die Prüfung enthält.  In manchen Studiengängen ist es möglich, das Pflichtfach Klavier durch Gitarre zu ersetzen. 

Musiktheoretisches Wissen

Neben den praktischen Fähigkeiten werden in einer Aufnahmeprüfung im Musikstudium auch die Kenntnisse in Musiktheorie überprüft. Dies beinhaltet Themen wie Notenlesen, Rhythmik, Intervalle, Akkorde, Tonleitern, Harmonielehre und Formenlehre. Die Bewerber:innen müssen schriftliche Prüfungen ablegen oder Hörbeispiele analysieren, um ihre Kenntnisse und Verständnis von Musiktheorie unter Beweis zu stellen. Auch in diesem Prüfungsteil variieren Umfang und Schwierigkeitsgrad je nach Studiengang. Grundlegende Fähigkeiten sind allerdings überall absolute Voraussetzung. Unser Kurs „Studienvorbereitung Musiktheorie und Gehörbildung“ bereitet dich darauf vor!

Gehörbildung

Die Gehörbildung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil einer Aufnahmeprüfung im Musikstudium. Dabei wird die Fähigkeit der Bewerber:innen getestet, Musikstücke zu hören und Aspekte wie Melodie, Rhythmus, Harmonie und Klangfarben zu identifizieren. Dies kann durch Transkriptionen, Erkennen von Intervallen, Rhythmusübungen oder das Singen von Melodien nach Gehör erfolgen. Eine gute Gehörbildung ist entscheidend für das Verständnis von Musik und die Umsetzung musikalischer Ideen. Auch in diesem Prüfungsteil variieren Umfang und Schwierigkeitsgrad je nach Studiengang. Grundlegende Fähigkeiten sind allerdings überall absolute Voraussetzung. Unser Kurs „Studienvorbereitung Musiktheorie und Gehörbildung“ bereitet dich darauf vor!

Zusätzliche Anforderungen

Neben den oben genannten Hauptkomponenten können Aufnahmeprüfungen im Musikstudium auch zusätzliche Anforderungen enthalten, die je nach Bildungseinrichtung und Studiengang variieren. Dazu gehören möglicherweise Improvisation, Ensemble-Spiel, Ensemble-Leitung, Musikgeschichte-Tests, Hörtests und musikalische Analysen. Angehende Tonmeister:innen müssen sich häufig einem Test zu physikalischem und mathematischem Grundwissen stellen, während für Schulmusiker:innen gelegentlich ein phoniatrisches Gutachten Voraussetzung ist. 

Aufnahmeprüfungen für Lehramt, Tonmeister:in oder Kirchenmusik gehören von den Anforderungen her zu den vielfältigsten Prüfungen. Die ergänzenden Elemente dienen dazu, ein breiteres Spektrum an Fähigkeiten und Wissen zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Bewerber:innen die Anforderungen des Studiengangs erfüllen.

Fazit:
Die Prüfungsinhalte einer Aufnahmeprüfung im Musikstudium sind vielfältig und anspruchsvoll. Sie umfassen instrumentale oder vokale Fähigkeiten, musiktheoretisches Wissen, Gehörbildung und weitere Prüfungsteile. Durch diese Prüfungsinhalte werden die Bewerber:innen auf ihre technischen Fertigkeiten, ihr musikalisches Verständnis, ihre kreative Interpretation und ihren individuellen künstlerischen Ausdruck hin geprüft. Es ist wichtig, sich gründlich auf die Prüfung vorzubereiten, indem man sein Instrument oder seine Stimme beherrscht, Musiktheorie lernt, Gehörbildung übt und eine überzeugende künstlerische Darbietung entwickelt.
Unser Kurs „Studienvorbereitung Musiktheorie und Gehörbildung“ bereitet dich darauf vor!

Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung für Musikhochschulen

Finde heraus, welchen Studiengang du belegen möchtest

Stelle dir folgende Fragen

  •  Was sind meine Stärken/ Schwächen
    •  Z. B. kann ich mein Instrument besonders gut spielen, hapert es bei der Musiktheorie
    •  Bin ich ein Spezialist oder ein Allrounder? 
      •  Als Allrounder ist vielleicht Lehramt Musik eine gute Wahl, denn da sind viele Skills gefragt
      •  Wenn du gut in Mathe oder Physik bist und ein besonders feines Gehör hast, wirst du sicher ein guter Tonmeister.
      •  Du arbeitest gerne mit Menschen? Musikpädagogik könnte dein Fach sein!
      •  Was möchte ich nach dem Studium machen? Entspricht das meinen Stärken und Wünschen? Wie sieht der Berufsalltag aus und was verdient man?
  •  Was kann ich schon?
    •  Hast du neben deinem Hauptinstrument schon mal Klavier gespielt? 
    •  Wie sieht es mit Musiktheorie aus? 
    •  Finde heraus, was du noch lernen musst. Sobald du dich für ein Fach und ein paar Musikhochschulen entschieden hast, kannst du die entsprechenden Anforderungen nachlesen. Bei Theorie und Gehörbildung helfen wir dir! Mache unbedingt unseren Kurs. 

Du hast einige Optionen bei deiner Studienwahl:

Eine Künstlerische Ausbildung bereitet dich auf den Beruf als Solist:in oder im Orchester vor. Denke daran, dass es sehr schwer ist, eine Festanstellung in einem Orchester oder einem Chor zu bekommen. Noch viel schwerer ist es, eine große Karriere als Solist:in zu machen und vielleicht einen Vertrag bei einem großen Label zu bekommen. Viele Musiker:innen arbeiten freischaffend, also ohne Festanstellung. Das heißt, dass du dich sehr gut organisieren musst, weil du nicht die Sicherheit einer Festanstellung hast. Das bedeutet, Geld für schlechte Zeiten zurücklegen, auch mal unattraktive Angebote annehmen, viel reisen. Freischaffende Musiker:innen machen oft Kammermusik, spielen aber auch bei Anlässen wie Hochzeiten oder Trauerfeiern. Außerdem unterrichten sie meistens nebenher. 

Im künstlerischen Studium konzentrierst du dich voll auf dein Instrument — hier ist Fleiß gefragt: stundenlanges tägliches Üben ist Voraussetzung. 

Möchtest du Musiklehrer:in an einer Musikschule werden, gehst du in die Pädagogisch-künstlerische Ausbildung: Du studierst dein Instrument auf hohem künstlerischem Niveau, belegst aber auch pädagogische Fächer und wirst einmal an einer Musikschule mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeiten. Dieser Beruf ist abwechslungsreich, weil du nicht nur viel selbst musizieren kannst, sondern dein Wissen auch weitergeben und weil du jeden Tag mit verschiedenen Menschen zu tun hast. Lasse dich auf jeden deiner Schüler ein: Der Unterricht ist Einzelunterricht und du hast die Aufgabe, auf jede:n Schüler:in individuell einzugehen. 

Du kannst aber auch Lehramt Musik studieren: Neben deinem Hauptinstrument macht dich das Studium fit im Klavierspielen, Dirigieren, du kannst eine BigBand leiten und überhaupt ist das Studium breit gefächert.  Schulmusiker:innen sind echte Allrounder:innen. Bedenke: Ein Zweitfach an einer Universität gehört dazu! 

Als Lehrer hast du gute Aussichten auf eine lebenslang gut bezahlte Arbeitsstelle, die nicht nur sicher ist, sondern dir auch Freiraum für weitere musikalische Projekte nebenher lässt. Im Studium hast du viel Austausch mit deinen Kommilitoninnen. 

Es gibt noch weitere Studiengänge wie EMP (Elementare Musikpädagogik), wo du für Babys, Kinder, aber auch ältere Menschen Musik erlebbar machst. Du arbeitest in Singkreisen, Musikgruppen, Eltern-Kind-Gruppen. 

Der Studiengang Musikwissenschaft gehört zu den Geisteswissenschaften. Du hast viele berufliche Möglichkeiten in Forschung und Lehre, in Dramaturgie, als Journalist:in oder die Arbeit in einer Redaktion  (zum Beispiel beim Radio!), in der Oper, im Museum oder im Kulturmanagement. 

Darüber hinaus gibt es weitere spannende Studiengänge, wie Sounddesign oder das Tonmeister-Studium.

Übrigens: In diesem Artikel zeigen wir, was du als Musiker:in verdienen kannst. 

 

Bewerbung

Auswahl der Musikhochschule(n)

Der erste Schritt bei der Bewerbung an einer Musikhochschule ist die gründliche Recherche und Auswahl der passenden Institution. Informiere dich über verschiedene Musikhochschulen und deren Studiengänge, Schwerpunkte, Dozenten und Möglichkeiten. Berücksichtige deine eigenen musikalischen Interessen und Ziele, um die Hochschule zu finden, die am besten zu dir passt. Stelle dir auch die Frage, ob du in der entsprechenden Stadt wohnen möchtest bzw. kannst. 

Ziehe auch Musikhochschulen, Universitäten und Konservatorien im Ausland in Betracht. In den Niederlanden ist ein Studium in der Regel auch auf Englisch möglich, du musst also keine weitere Fremdsprache lernen. Und zahlreiche Studiengänge (vor allem im pädagogischen Bereich) werden auch an kleineren Universitäten angeboten, die nicht zu den bekannten 24 Musikhochschulen in Deutschland gehören.

Nicht jeder Studiengang bzw. nicht jedes Fach wird an jeder Hochschule angeboten. Künstlerische Studiengänge sind fast ausschließlich an den 24 Hochschulen in Deutschland bzw. den Konservatorien in Österreich, Schweiz, Niederlande usw. angesiedelt. 

Um Musiklehrer:in zu werden, kannst du aber auch an einer der vielen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen studieren! In Baden-Württemberg gibt es sechs Pädagogische Hochschulen. Das Land Brandenburg hat keine einzige Musikhochschule, dafür aber Universitäten, in denen man Musiklehrer werden kann.

Mehrere Musikhochschulen

Bewirb dich an mehreren Musikhochschulen, die in Frage kommen. Vielleicht bekommst du an einer Musikhochschule keinen Studienplatz, weil es besonders viele Bewerbungen gab. Dann klappt es aber vielleicht an einer anderen Hochschule. Außerdem kannst du die erste(n) Aufnahmeprüfungen als eine Art Generalprobe sehen und Erfahrung sammeln. 

Bedenke, dass du eventuell nicht jede Aufnahmeprüfung machen kannst, weil manche Prüfungen auf den selben Termin fallen. Das weißt du aber erst, wenn dir die genauen Termine mitgeteilt wurden. 

Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen

Überprüfe sorgfältig die Zulassungsvoraussetzungen der Musikhochschulen, an denen du dich bewerben möchtest. Dies kann den Nachweis musikalischer Fähigkeiten, theoretisches Wissen, Gehörbildung oder auch sprachliche Anforderungen beinhalten.

Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung

Die Aufnahmeprüfung ist ein wichtiger Teil des Bewerbungsprozesses an einer Musikhochschule. Bereite dich gründlich auf die Prüfung vor, indem du an deinem Instrument intensiv übst, deine musikalische Interpretation und dein Repertoire erweiterst und deine musiktheoretischen Kenntnisse vertiefst. 

Unten haben wir dir nochmal einige Tipps zusammengestellt, wie du dich fachlich optimal vorbereitest.

Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen

Sammle alle erforderlichen Bewerbungsunterlagen gemäß den Vorgaben der Musikhochschule. Dazu gehören in der Regel ein Lebenslauf, ein Bewerbungsschreiben, Zeugnisse, Empfehlungsschreiben, eventuell ein künstlerisches Portfolio oder Aufnahmen deiner musikalischen Darbietungen. Stelle sicher, dass alle Unterlagen vollständig, gut strukturiert und professionell präsentiert werden. Nimm dir auch dafür genug Zeit. 

Einreichung der Bewerbung und rechtzeitige Abgabe

Achte auf die Bewerbungsfristen der Musikhochschule und reiche deine Bewerbung rechtzeitig ein. Überprüfe nochmals alle Unterlagen und stelle sicher, dass nichts fehlt oder unvollständig ist. Schicke deine Bewerbung auf dem empfohlenen Weg, sei es per Post oder online, und behalte Sie eine Kopie deiner Unterlagen für deine eigenen Aufzeichnungen. Es ist wichtig, pünktlich und sorgfältig zu sein, um sicherzustellen, dass die Bewerbung ordnungsgemäß bearbeitet werden kann.

Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch und die Aufnahmeprüfung

Wenn du für das Bewerbungsgespräch oder die Aufnahmeprüfung ausgewählt wirst, bereite dich gründlich darauf vor. Eruiere die Erwartungen und den Ablauf der Prüfung, übe deine Performance und seie bereit, auch über deine musikalischen Erfahrungen und Ziele zu sprechen. Das das ruhig schonmal vor dem Spiegel oder mit Freunden. Zeige deine Leidenschaft für Musik und bleibe authentisch während des Gesprächs oder der Prüfung. 

Geduld

Nachdem du deine Bewerbung eingereicht hast, benötigt der Zulassungsprozess Zeit. Habe Geduld und warte auf eine Rückmeldung von der Musikhochschule. Falls du nach einer angemessenen Frist keine Antwort erhalten hast, kannst du höflich nach dem Stand deiner Bewerbung fragen.

Alternativen in Betracht ziehen

Bewirb dich nicht nur an einer Musikhochschule, sondern erwäge auch alternative Optionen. Es gibt möglicherweise andere Institutionen, Kurse oder Programme, die ebenfalls eine hochwertige musikalische Ausbildung bieten. Bleibe offen und flexibel, und prüfe alle verfügbaren Möglichkeiten, um deinen musikalischen Fortschritt voranzutreiben. 

Wenn du eine Absage bekommst, probiere es im nächsten Semester oder Jahr noch einmal!

Fazit:
Die Bewerbung an einer Musikhochschule erfordert sorgfältige Vorbereitung, Engagement und Hingabe. Durch gründliche Recherche, Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen, intensives Üben, Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen und rechtzeitige Abgabe kannst du deine Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung erhöhen. Behalte Geduld, sei Sie authentisch und nutze alternative Optionen, um deine musikalische Ausbildung voranzutreiben. Die Bewerbung an einer Musikhochschule ist ein spannender Schritt auf dem Weg zu einer professionellen musikalischen Karriere.
Nochmal der wichtige Tipp: Notiere dir alle Fristen! Beachte nicht nur die Bewerbungsfrist, sondern auch Termine, zu denen eine Mappe mit Kompositionen oder deine Noten für eine:n Korrepetitor:in eingereicht werden müssen. 

Tipps und Ratschläge für eine erfolgreiche Vorbereitung

Du hast herausgefunden, was du in der Aufnahmeprüfung können musst? Dann fange an, dich vorzubereiten!

Finde heraus, wie weit du in Musiktheorie und Gehörbildung bist

Mache den Einstufungstest von HfM Vorbereitung und bereite dich mit dem Kurs „Studienvorbereitung Musiktheorie und Gehörbildung“ auf die Prüfung vor. Finde heraus, ob zusätzliches Wissen verlangt wird. 

Unser Kurs bereitet dich mit vielen Lernvideos, Quiz und Arbeitsblättern auf den Gehörbildungs- und Theorieteil der Aufnahmeprüfung vor. Diese Fächer werden in fast allen Aufnahmeprüfungen abgefragt und begleiten dich auch im Studium noch. Mit unserem Kurs schaffst du also nicht nur deine Prüfung, sondern startest anschließend auch gut vorbereitet in dein Studium. 

Nimm dir Unterricht

Im Optimalfall hast du Unterricht in deinem Hauptfach. Wähle geeignete Stücke für dein Programm aus. Sie sollten natürlich möglichst anspruchsvoll sein, aber du solltest unbedingt in der Lage sein, sie bis zur Aufnahmeprüfung zu beherrschen. Ein besonders schweres Stück macht keinen guten Eindruck, wenn es nur holprig läuft. 

Informiere dich, ob du auswendig spielen musst. 

Sobald du dein Programm beherrschst, spiele es möglichst oft vor. Nutze Schülerkonzerte in der Musikschule, veranstalte eine Hausmusik oder lade Freunde und Verwandte ein. So wirst du sicher im Auftreten.

Mache dir einen Zeitplan

Bis wann solltest du dein Programm perfekt beherrschen? Versuche ein paar Wochen vor der Prüfung alle Stücke drauf zu haben und wiederhole sie dann immer wieder. Spiele sie so oft wie möglich anderen vor. 

Beginne rechtzeitig mit der Musiktheorie. Wenn du dir genug Zeit nimmst, kannst du das gut schaffen! 

Wer unterrichtet dein Hauptfach? 

Finde heraus, wer an deiner favorisierten Musikhochschule oder Universität dein Hauptfach unterrichtet. Nimm Kontakt zu deiner oder deinem Wunschlehrer:in auf und frage, ob du sie mal kennenlernen darfst, in ihrem Unterricht hospitieren oder evtl. sogar etwas aus deinem Programm vorspielen. 

Versuche, andere Studierende kennenzulernen oder kontaktiere die Fachschaft der Hochschule.

Gibt es einen Tag der offenen Tür an der Hochschule deiner Wahl? Nutze die Gelegenheit und wirf schon mal einen Blick in die Hochschule. Hier findest du sicher einige Ansprechpartner!

Bereite den Tag der Aufnahmeprüfung vor

Überlege schonmal, was du anziehst Deine Kleidung sollte angemessen sein. Vermeide Freizeitkleidung wie Flipflops oder ein Hawaiihemd. Es muss aber keine Fliege sein. Die Kleidung sollte trotzdem bequem sein und dich vor allem beim Musizieren nicht einengen, denn du trägst die Kleidung ja den ganzen Tag. 

Nimm Essen und vor allem Trinken mit! Denke an Powerfood wie Bananen oder Nüsse. 

Klebe deine Noten zusammen. Nichts wirkt unprofessioneller, als lose Notenblätter, die man vor dem Spielen noch in die richtige Reihenfolge bringen muss. Sorge dafür, dass du bei der Prüfung alles griffbereit hast!

Bereite die Noten für ein:e Korrepetitor:in gut vor. Sie sollten gut zu lesen sein (wenn der Korrepetitor deine Noten gut lesen kann, dann hat er erstens bessere Laune und kann zweitens nebenher auch noch auf dich achten, statt die Noten mit Mühe zu entziffern). Schreibe rein, wenn du zum Beispiel irgendwo ein Ritardando machen möchtest. 

Du solltest außerdem über deine Stücke, z. B. die Komponist:innen und die Entstehungszeit ein paar Details kennen! 

Anreise organisieren

Organisiere auch deine Anreise zur Aufnahmeprüfung. Wenn du nicht morgens hinfahren kannst, musst du vielleicht vor Ort irgendwo übernachten. Versuche, rechtzeitig da zu sein um Stress zu vermeiden. Manche Hochschulen sind sehr groß und unübersichtlich, da muss man auch mal suchen wo man hin muss. Denke daran, dass manche Hochschulen mehrere Gebäude oder Standorte haben. Schaue also genau auf die Adresse, die dir für deine Prüfung genannt wird. Es kann sogar sein, dass einzelne Prüfungsteile in verschiedenen Gebäuden stattfinden.  

 

Wir haben für dich eine kostenlose Checkliste für die Vorbereitung und die Aufnahmeprüfung. Lade sie dir hier herunter

 

Mit Lampenfieber umgehen

Auftreten üben

Mache ein paar Durchlauf-Proben bzw. Generalproben. Nutze Schülerkonzerte in der Musikschule, veranstalte eine Hausmusik oder lade Freunde und Verwandte ein. So wirst du sicher im Auftreten. Spiele dein gesamtes Programm durch. Du kannst dich auch mit einem Video aufnehmen.

Arbeite an deinem Atem 

In einer Stresssituation (ein Auftritt ist eine Stresssituation), verändert sich unsere ansonsten regelmäßige Atmung, die sich bei Stress in den Brustbereich verlagert. Wir sprechen auch von einer “Hochatmung”, die wesentlich flacher ist, als unsere normale Atmung, wenn wir entspannt sind. Wenn wir uns auf unser Zwerchfell konzentrieren und bewusst mit dem Bauch atmen, finden wir zurück in eine ruhige Atmung. Dabei sollten wir uns vor allem auf unsere Ausatmung konzentrieren. Zum Beispiel einmal auf fffffff komplett ausatmen, dann den Atem einströmen lassen (dabei beobachten, wie ohne unser Zutun Luft in die Lunge strömt und unser Zwerchfell bewegt). Das mehrmals wiederholen und am besten dabei mitzählen. Man kann auch in mehreren Schüben pro Ausatmung ausatmen, also ein, zwei oder drei Mal innehalten.

Es gibt geführte Meditationen und sogar Apps mit solchen und vielen weiteren Übungen. Du solltest das in der Zeit vor der Prüfung regelmäßig, am besten täglich machen. So sind die Übungen am wirksamsten!

Denke daran, dass Meditation langfristig am besten wirkt und regelmäßig praktiziert werden sollte!

Ritualisiertes Aufwärmprogramm

Lege dir ein ritualisiertes Aufwärmprogramm zurecht. Eventuell hast du ein paar gute Atemübungen auf Lager? Manche Musiker:innen haben ein kleines Yoga- oder Pilates-Programm (10 Minuten), mit Übungen, die im Stehen gemacht werden können (das ist praktisch, weil es auch in Konzertkleidung in einer Garderobe geht). Gut daran: Man hat auch ein bisschen sanfte Bewegung, die entspannt Körper und Geist. 

Mache das Aufwärmprogramm am besten auch immer vor dem Üben, dann bist du routiniert und es hat beim Auftritt die beste Wirkung.

Wenn wir uns bewegen, schüttet unser Körper die Hormone Serotonin und Endorphin aus. Diese neutralisieren die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Vielleicht kannst du dich am Tag vor der Prüfung so richtig auspowern, um gut schlafen zu können. Aber nicht zu spät, denn Sport bringt den Kreislauf in Schwung und lässt dich erstmal gar nicht schlafen…). Am Tag der Prüfung oder eines Auftritts haben wir oft keine Gelegenheit für Sport, weil wir zum Beispiel in einem Hotel sind oder schon früh morgens auf dem Weg zur Prüfung. Außerdem sollten wir uns an so einem Tag nicht verausgaben! Also: lieber nur sanft bewegen! Zum Beispiel statt mit dem Auto mit dem Fahrrad fahren (in jeder größeren Stadt bekommt man unkompliziert ein Leihrad). Oder Yoga, Pilates oder Qi-Gong machen. Da gibt es viele Übungen, die man im Stehen und sogar in einer Garderobe oder im Hotelzimmer machen kann. Und sogar ein Spaziergang lässt uns wunderbar entspannen. Wo bewirbst du dich? In Berlin kannst du ein paar Schritte durch den Tiergarten gehen, in Mainz und Köln am Rhein entlang. Weimar hat den Park an der Ilm und in Hamburg ist es von der Musikhochschule nicht weit zum Alsterpark. 

Ernährung

Denke auch an deine Ernährung! Vor einem Auftritt ein oder zwei Bananen geben leicht verdauliche Energie! Andere bevorzugen Schokolade als Mutmacher. Dann aber bitte vor dem Auftritt nochmal in den Spiegel lächeln ;) 

Cocooning

Wenn du es brauchst, kannst du dich gerne ein bisschen abschotten, die Augen schließen oder einen Kopfhörer mit Noise Cancelling aufsetzen. Das kann man auch mit einer geführten Meditation oder Atemübung (App oder Youtube, aber vorher ausprobieren!) kombinieren.

Rechtzeitig vorbereitet sein

Sei rechtzeitig und gründlich vorbereitet. Dann kannst du mit Selbstbewusstsein in deine Prüfung gehen. 

Versuche, in der Zeit vor Aufnahmeprüfung möglichst wenig Termine und Stress zu haben. Sorge dafür, dass deine Noten alle sortiert sind (aneinander geklebt, keine losen Blätter (!), richtige Reihenfolge); habe alles griffbereit. Wenn du in der Prüfung erstmal in den Tiefen deiner Tasche kramen musst und deine Noten dann noch total zerknittert sind, wirkt das chaotisch und unprofessionell und macht dich noch nervöser.

Tipp (vor allem im Winter): die Jacke in den Rucksack stecken und eine Mappe mit den Noten in der Hand halten. Dann muss man die Jacke nicht die ganze Zeit unbequem mitschleppen und immer irgendwo ablegen und man hat seine Noten griffbereit

Power-Posing und andere Methoden

Zwei oder drei Minuten am Stück zu lächeln sorgt für positive Energie. Am besten nimmst du dazu eine aufrechte Haltung an!

Vielleicht interessiert du dich für weitere Techniken? Informiere dich zu Progressiver Muskelentspannung, Autogenem Training und anderen Methoden. Vielleicht hilft dir auch ein positives Mantra? Zum Beispiel “Ich schaffe das” oder “Musizieren macht Spass”? Das solltest du dir aber nicht erst am Tag der Prüfung zurechtlegen, sondern immer schon beim Üben integrieren.

Body-Scan: Beim Body-Scan gehst du Schritt für Schritt durch deinen Körper und nimmst alle Stellen bewusst wahr. Du achtest zum Beispiel auf Wärme und Kälte, Spannung und Anspannung und alle Empfindungen. Ein Body-Scan kann dich auch beim Üben unterstützen und helfen, besser zu musizieren. Du verbindest dich mit deinem Körper, nimmst mögliche Anspannungen beim Musizieren besser wahr, und lernst mit der Zeit auch, dich bewusst zu entspannen. Du kannst den Body-Scan auch kurz vor dem Auftritt mit etwas weniger Zeit nochmal wiederholen und dich dabei auf “sensible” Bereiche konzentrieren. Zum Beispiel auf Gesicht und Arme. 

Ein Tipp, der hervorragend auf dem Klavier, einem imaginären Klavier und sicher auch anderen Instrumenten funktioniert: Die “Halteübung”, eine jahrhunderte alte Technikübung, die es in vielen Variationen gibt. Hier in aller Kürze erklärt. Man legt alle Finger auf die Klaviatur und drückt sie der Reihe nach lautlos runter. Dabei sollte man keine Kraft aufwenden! Achten auf deine Atmung, deine Schultern und bleibe entspannt (am besten lächeln). Diese Übung verbindet eine Technik-Übung mit einer Achtsamkeits-Übung. 

Alternative: Alle Finger runterdrücken und der Reihe nach anheben und wieder lautlos anheben. Man kann auch ein paar Stellen seines Stückes lautlos spielen (langsam!). So macht man sich Abläufe bewusst und übt, dabei entspannt zu bleiben. 

Der Auftritt

Bevor du den Prüfungsraum betrittst, öffne deine Augen für einen Moment ganz weit, als würdest du über eine schöne Überraschung staunen, atme nochmal tief durch, lächle und gehe dann erst hinein. Das kannst du nochmal machen, direkt bevor du deine Stücke vorspielst. Als Sänger oder Bläser bist du das gewohnt, aber als Pianist solltest du das ebenfalls ganz bewusst machen. Es wirkt souveräner und zeigt, dass du Spaß am Musizieren hast.

In den Pausen

Wie verhältst du dich im Gebäude der Musikhochschule? Unter Umständen verbringst du einige Stunden, ein oder zwei Tage während der Aufnahmeprüfung in der Musikhochschule. Dort musst du immer wieder warten, vielleicht ohne Sitzgelegenheit auf einem Flur, du wartest vor einer Tür, durch die du gleich zum Vorspielen oder Vorsingen musst und du triffst viele andere Studienbewerber, Studierende und Dozenten, die dir eventuell nochmal in den Prüfungen begegnen. Wenn du sehr selbstsicher bist und vielleicht sogar sehr kommunikativ, dann ist das vielleicht eine ganz entspannte Situation. Andernfalls lohnt es sich, sich vorzubereiten um den Tag über souverän aufzutreten, auch in der Zeit, die man erstmal gar nicht so auf dem Schirm hat, weil man sich ja eigentlich auf die Prüfung vorbereitet. Das hilft aber, entspannter zu bleiben und die souveräne Haltung, die man den Tag über hat, nimmt man auch mit in die Prüfung. 

Stecke die Hände nicht in die Hosentaschen und halte die Arme nicht vor der Brust verschränkt (wenn du deine Arme vor der Brust verschränkst, wirkst du ablehnend und es ist schwerer, mit anderen ins Gespräch zu kommen). Besser: Zum Beispiel Daumen, Zeige- und Mittelfinger locker aneinander legen. Das beruhigt und die Hände sind “aufgeräumt”.

Keep cool

Und zum Schluss: Nimm die Aufnahmeprüfung sportlich. Häng dich rein, gib alles, aber lebe damit, dass du auch mal einen Fehler machst und bleibe dann gelassen und optimistisch. Für den Studienplatz gibt es keine Garantie, aber ob du eine spannende Erfahrung machst, das entscheidest du und keine Prüfungskommission! Wenn du dich gründlich vorbereitest, lernst du viel über Musiktheorie und kommst auf deinem Instrument weiter. Das ist eine tolle Erfahrung und du lernst viele Dinge, die dich als Musiker:in und im Leben garantiert weiterbringen. Nicht zuletzt lernst du, dich vor einer Gruppe gut zu präsentieren, sicher aufzutreten und erfolgreich zu perfomen. 

Fragen und Antworten

Wie lange muss man sein Instrument schon spielen?

Für die Künstlerische Ausbildung gelten sehr hohe Maßstäbe. Aber auch in den Studiengängen wie Schulmusik ist die Konkurrenz hoch. Ein paar Jahre Unterricht sind also in jedem Falle hilfreich. 

Im Zweifel: Spiele jemandem vor, der dir eine Einschätzung geben kann, ob eine Bewerbung für dich in Frage kommt, zum Beispiel deinen Instrumentallehrer. Und: Nicht aufgeben! Fange an zu üben und deine Skills zu verbessern. Dann hast du sicher eine Chance. 

Fürs Pflichtfach Klavier genügen in der Regel 6 - 12 Monate Vorbereitungszeit. Vor allem, wenn du noch nie Klavier gespielt hast, solltest du dir unbedingt regelmäßig Unterricht nehmen! Wir vermitteln dir gerne eine:n Lehrer:in — egal, wo du wohnst. Wie für alle Fächer gilt: Nimm dir Zeit für die Vorbereitung und je früher du anfängst, desto leichter ist es. 

Muss ich Notenlesen können?

Wenn du noch nicht Noten lesen kannst, starte bald und hole das nach! Für die Aufnahmeprüfung ist Noten lesen unerlässlich. Falls du nur den Violin- oder Bassschlüssel lesen kannst – kein Problem, unser Kurs trainiert das mit dir. Wenn du Tonmeister:in oder Dirigent:in werden möchtest, solltest du auch fit im Partitur-lesen sein.

Kann ich die Aufnahmeprüfung mehrmals machen?

In der Regel kann eine Aufnahmeprüfung mehrmals wiederholt werden. 

 

Das sind die 24 Musikhochschulen in Deutschland: 

  • Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
  • Universität der Künste Berlin
  • Hochschule für Künste Bremen
  • Hochschule für Musik Detmold
  • Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
  • Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf
  • Folkwang Universität der Künste, Essen
  • Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
  • Hochschule für Musik Freiburg
  • Hochschule für Musik und Theater Hamburg
  • Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
  • Hochschule für Musik Karlsruhe
  • Hochschule für Musik und Tanz Köln
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