Einstufungstest
Nahaufnahme von Händen beim konzentrierten Üben am Klavier als Symbol für effektive Studienvorbereitung

Besser üben, weniger Stress: Unsere Tipps für die Vorbereitung zur Aufnahmeprüfung

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Im Zentrum deiner Studienvorbereitung steht das Üben auf deinem Instrument. Zeit also, das mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Übst du richtig und kannst du noch etwas verbessern?

Warum Routine alles verändert

Das wichtigste zuerst: Routine ist das Nonplusultra beim Lernen. Wenn du dich schwer tust, regelmäßig zu üben, starte mit kurzen Einheiten, die du im Lauf der Zeit steigerst. 

Denk mal ans Zähneputzen: Man macht es täglich und vergisst es dadurch nicht. Weil man es ständig macht, muss man sich nicht mehr dazu überreden. Würde man es einmal auslassen, hätte es keine schlimmen Folgen. Nur einmal die Woche hätte aber drastische Folgen. 

Wenn Üben zur Gewohnheit geworden ist, verliert man keine Energie mit dem Anfangen und Organisieren. So wird das Üben leicht und macht Spaß.

Üben ist wie die Nahrungsaufnahme

Täglich zu Üben (statt selten lang) hat einen weiteren Vorteil: Die Informationen, die dein Gehirn verarbeiten muss, werden auf viele Portionen verteilt und müssen nicht alle auf einmal verarbeitet werden. Hier ist es wie beim Essen: Man nimmt nicht Montags die Nahrung für die ganze Woche zu sich, sondern isst jeden Tag mehrmals so viel, wie der Körper verdauen kann.

Wie dich Rituale mühelos üben lassen

Ritualisiere dein Üben: Pflege einen täglichen, immer gleichen Ablauf. 

Zum Beispiel: Hausaufgaben machen – etwas bewegen – üben 

Vielleicht schaffst du es, das Üben in einen schon vorhandenen Ablauf zu integrieren. 

Rituale helfen, weniger planen zu müssen. Du folgst einfach deinem gewohnten Ablauf und das Üben wird zur Selbstverständlichkeit. 

Warum das Anfangen das Schwerste ist – und wie du es schaffst

Manchmal fällt das Anfangen schwer, weil man einen Berg von Arbeit vor sich sieht. Nimm dir dann vor, eine bestimmte Zeit lang zu üben, allerdings ohne etwas Bestimmtes erreichen zu müssen. Fange mit einer Stelle an und kümmere dich in Ruhe darum. Wenn du mit dieser Stelle fertig bist, kommt die nächste. Wichtig ist nicht das schnelle Ergebnis, sondern erstmal Zeit am Instrument zu verbringen und eine Übe-Routine zu entwickeln. Wenn Üben zur Gewohnheit geworden ist, stellen sich auch Fortschritte ein.

Schwere Stellen

Je schwerer eine Passage im Stück, desto kleiner sollten deine Arbeitsschritte sein. 

Teile die Stelle in kleinere Abschnitte ein, übe (am Klavier) zuerst eine Hand allein, dann die andere, beginne in einem sehr langsamen Tempo. Je besser das klappt, desto weiter kannst du dich steigern und die einzelnen Teile zusammensetzen.

Wie du deine Lernkurve optimierst

Lernen heißt Wiederholen. Aber: Wiederholen allein reicht oft nicht – sonst stagniert deine Lernkurve schnell. Nach einer größeren Zahl an Wiederholungen passiert oft das Gegenteil: Dein Gehirn langweilt sich, wird unaufmerksam und es schleichen sich wieder Fehler ein. Die Lernkurve stagniert nicht nur, sondern sinkt wieder.

Der Trick heißt: Variation (Wiederholung + Veränderung).

Wiederhole eine Stelle auf verschiedene Weisen. Variiere das Tempo, die Dynamik usw. Beim Klavierspielen kann man sich mal mehr auf die rechte oder die linke Hand konzentrieren, man kann laut mitzählen, mitsingen oder sogar die Notennamen einer Stimme mitsingen. So prägt sich der Notentext besonders gut ein. 

Die Lernkurve sieht dann eher so aus:  

Das richtige Lernen

Wenn man falsch übt, übt man auch falsche Muster mit ein. Achte darauf, dass du beim Üben konzentriert, aber nicht gestresst bist. Wenn du schwere Stellen zu schnell übst und dabei angespannt bist, lernt dein Körper, diese Stellen mit Stress zu spielen. Du übst also nicht nur die Stelle, sondern auch den Stress ein. 

Wenn du langsam übst und das Tempo immer so weit steigerst, wie du die Stelle sicher spielen kannst, kommt das deinem Körper nicht so schwer vor und du trainierst, die Stelle entspannt zu meistern – selbst im Hohen Tempo. 

Manchmal hilft es hier, mit Metronom zu arbeiten: Starte mit einem langsamen Grundschlag und wiederhole die Stelle mit einem minimal höheren Tempo. Wenn du das Metronom bei jeder Wiederholung um einen kleinen, kaum merklichen Schritt steigerst, merkst du kaum, wie du schneller wirst und es fühlt sich immer leicht an. 

Wer beim Üben Stress hat, übt gestresst zu sein. Meistens ist dann das Tempo zu hoch. 

Das Tempo beim Üben sollte nur so schnell sein, dass du auch auf deinen Körper achten kannst. Bleibe bei einer guten Atmung, ziehe die Schultern nicht hoch. 

Richtiger Umgang mit Fehlern

Wenn du an einer Stelle nicht weiterkommst: Fange nicht immer wieder vorne an, nur um an der selben Stelle immer wieder hängen zu bleiben. Schau dir direkt diese Stelle an und versuche herauszufinden, warum du dich verspielt hast. Weißt du, welche Töne da überhaupt gespielt werden sollen? Stimmt der Fingersatz? Vielleicht musst du die Stelle auch einfach nur ein paar mal ganz langsam wiederholen, um sie richtig zu verstehen.

Üben üben

Auch Üben muss man üben: Betrachte es als Prozess, in dem du dich permanent verbessern kannst. Im Lauf der Zeit wird deine Konzentrationsfähigkeit steigen, deine Fortschritte werden größer und das Üben macht mehr Spass. Beim Üben lernt man sich selbst besser kennen!

Volle Aufmerksamkeit 

Stelle die Qualität über Quantität und übe bewusst, nicht nebenbei. Wenn du nicht mehr aufmerksam bist, mache eine kleine Pause oder übe eine Zeit lang ein anderes Stück oder eine andere Stelle. 

Zusatz-Tipps

Vor dem Üben solltest du dich etwas bewegen und den Raum lüften. So schaffst du ein gutes Körperbewusstsein. 

Sorge für eine gute Lernumgebung. Schalte Störungen aus: Schalte dein Handy aus, bitte deine Mitbewohner:innen dich nicht zu unterbrechen. Natürlich sollte auch kein Fernseher im Hintergrund laufen. Sorge für gutes Licht.  

Nach dem Üben ist es empfehlenswert, noch eine kleine Pause zu machen. In den 15 Minuten nach dem Üben sind Fernsehen und TikTok tabu. Stattdessen lohnt sich ein Spaziergang oder einfach auf dem Sofa abhängen. So kann der Kopf das geübte nochmal in Ruhe verarbeiten. Neue Informationen würden das nur „überschreiben“.

Wie du Rhythmusdiktate richtig übst, lernst du hier. Tipps fürs Üben von Melodiediktaten bekommst du hier

Wenn du dich für ein Musikstudium interessierst, lies mal diesen Artikel: 4 Schritte zum Musikstudium – Leitfaden zur Vorbereitung